Alt-Tags sind kein nachträglicher Einfall. Erfahren Sie, wie korrekte Bildbeschreibungen Rankings, Zugänglichkeit und Nutzererfahrung gleichzeitig verbessern können.
Wenn Sie eine Website besuchen und ein Bild nicht geladen werden kann, erscheint stattdessen ein kleines Textfragment. Dieser Text ist der Alt-Tag. Für Suchmaschinen ist dieses kurze Textstück jedoch weit mehr als eine Platzhalteranzeige. Es ist die primäre Methode, mit der Google den Inhalt eines Bildes versteht, einordnet und in den Suchergebnissen platziert.
Die Bildersuche macht je nach Branche zwischen zwanzig und dreissig Prozent des gesamten organischen Traffics aus. Online-Shops, Reiseblogs, Architekturbüros und Fotoportfolios erhalten einen Grossteil ihrer Besucher über Google Images. Wer Alt-Tags vernachlässigt, verschenkt diesen Traffic komplett an die Konkurrenz.
Gleichzeitig sind Alt-Tags ein zentrales Element der digitalen Barrierefreiheit. Screenreader, die von blinden und sehbehinderten Menschen genutzt werden, lesen Alt-Texte vor, um Bilder zu beschreiben. Ein fehlender Alt-Text bedeutet, dass dieser Nutzergruppe wichtige Inhalte vorenthalten werden. Die wachsende rechtliche Bedeutung von Barrierefreiheit macht korrekte Alt-Tags auch aus Compliance-Sicht unverzichtbar.
Was genau macht ein Alt-Tag?
Der Alt-Tag ist ein HTML-Attribut des <img>-Elements. Seine technische Bezeichnung lautet "alternative text". Er erfüllt drei Funktionen gleichzeitig. Erstens dient er als Ersatz, wenn das Bild aus technischen Gründen nicht geladen werden kann — etwa bei langsamen Verbindungen, fehlerhaften Bild-URLs oder wenn der Nutzer Bilder im Browser deaktiviert hat.
Zweitens liefert er Suchmaschinen eine textliche Beschreibung des Bildinhalts. Google kann Bilder zwar mit maschinellem Lernen analysieren, aber die Algorithmen sind bei weitem nicht perfekt. Ein präziser Alt-Text gibt Google die Sicherheit, das Bild korrekt zu verstehen und in relevanten Suchanfragen auszuspielen.
Drittens macht er Websites für Screenreader-Nutzer zugänglich. Wenn ein sehbehinderter Mensch eine Seite besucht, liest die Assistenzsoftware den Alt-Text jedes Bildes vor. Ohne Alt-Text entsteht eine Lücke im Seiteninhalt. Die Nutzererfahrung wird massiv verschlechtert.
Die Anatomie eines guten Alt-Tags
Ein guter Alt-Text beschreibt das Bild präzise und kontextbezogen, ohne überflüssige Wörter. Er sollte zwischen fünf und fünfzehn Wörtern lang sein. Kürzere Beschreibungen sind oft zu vage, längere werden von Screenreadern abgeschnitten.
Das Wichtigste zuerst: Beginnen Sie mit dem Hauptmotiv. Wenn das Bild einen roten Rennwagen auf einer Bergstrasse zeigt, ist "Roter Rennwagen auf kurvenreicher Bergstrasse" ein guter Alt-Text. "Auto", "Bild", oder "image123.jpg" sind es nicht.
Vermeiden Sie Formulierungen wie "Bild von..." oder "Foto zeigt...". Google und Screenreader wissen bereits, dass es sich um ein Bild handelt. Diese Floskeln verschwenden wertvolle Zeichen und liefern keinen Mehrwert.
Integrieren Sie relevante Keywords, aber bleiben Sie natürlich. Wenn Ihre Seite zum Thema "Winterreifen kaufen" ranken soll, könnte der Alt-Text eines Produktfotos lauten: "Schwarzer Winterreifen mit tiefem Profil auf verschneiter Fahrbahn". Das Keyword ist enthalten, aber der Text liest sich nicht erzwungen.
Für dekorative Bilder, die keine inhaltliche Bedeutung tragen — etwa Hintergrundmuster, Trennlinien oder rein ästhetische Ornamente — lassen Sie das Alt-Attribut leer: alt="". Das signalisiert Screenreadern, dass dieses Bild übersprungen werden kann. Ein fehlendes Alt-Attribut hingegen zwingt Screenreader, den Dateinamen vorzulesen, was die Nutzererfahrung drastisch verschlechtert.
Die fünf schwerwiegendsten Alt-Tag-Fehler
Fehler eins: Alt-Tags komplett weglassen. Dies ist der häufigste und gravierendste Fehler. Ohne Alt-Text ist das Bild für Suchmaschinen unsichtbar und für Screenreader eine Blackbox. Überraschend viele professionelle Websites lassen Alt-Tags bei der Mehrheit ihrer Bilder weg.
Fehler zwei: Keyword-Stuffing betreiben. Alt-Texte wie "SEO Agentur Berlin SEO Experte Suchmaschinenoptimierung Berlin beste SEO Agentur" sind Spam. Google erkennt diese Manipulation sofort und wertet die Seite ab. Alt-Text soll das Bild beschreiben, nicht als Keyword-Abladeplatz dienen.
Fehler drei: Dateinamen als Alt-Text verwenden. "IMG_7493_edit_v2_final.jpg" beschreibt kein Bild. Es ist ein technisches Artefakt, das weder Nutzern noch Suchmaschinen hilft. Benennen Sie Ihre Dateien vor dem Upload sinnvoll und schreiben Sie separate, menschenlesbare Alt-Texte.
Fehler vier: Alt-Texte für wichtige Bilder leer lassen. Während dekorative Bilder mit leerem Alt-Attribut korrekt behandelt werden, ist dies für inhaltstragende Bilder fatal. Produktfotos, Infografiken, Diagramme und illustrierende Screenshots benötigen zwingend aussagekräftige Alt-Texte.
Fehler fünf: Button-Bilder ohne Funktionsbeschreibung. Wenn ein Bild als Schaltfläche dient, muss der Alt-Text die Funktion beschreiben, nicht das Aussehen. "Suchen" ist richtig, "Lupen-Icon" ist falsch. Der Nutzer muss verstehen, was beim Klicken passiert.
Werkzeuge für die Alt-Tag-Optimierung
Eine manuelle Überprüfung aller Bilder einer Website ist bei mehr als einigen Dutzend Seiten nicht praktikabel. Automatisierte SEO-Audit-Tools übernehmen diese Aufgabe und liefern einen vollständigen Bericht über den Status sämtlicher Alt-Tags.
Serpmax SEO Audit Tool crawlt Ihre gesamte Website und analysiert jedes Bild. Der Bericht zeigt Ihnen präzise: welche Bilder keinen Alt-Text haben, welche Alt-Texte zu kurz oder zu lang sind, welche Alt-Texte mit Keyword-Stuffing auffallen und welche Bilder zwar Alt-Texte haben, diese aber nichts mit dem Seitenkontext zu tun haben.
Sie erhalten eine priorisierte Liste. Kritische Bilder — etwa Hero-Bilder auf wichtigen Landingpages oder Produktbilder in Ihrem Shop — werden ganz oben angezeigt. Sie können direkt mit den Änderungen beginnen, die den grössten Einfluss auf Ihre Sichtbarkeit haben.
Häufig gestellte Fragen
Müssen SVG-Grafiken Alt-Tags haben? Ja. SVG-Elemente können mit dem <title>- und <desc>-Tag innerhalb der SVG-Datei sowie mit role="img" und aria-label barrierefrei gemacht werden. Für als <img> eingebundene SVGs gelten dieselben Alt-Tag-Regeln wie für andere Bildformate.
Was ist mit Bildern in CSS-Hintergründen? CSS-Hintergrundbilder haben kein Alt-Attribut. Wenn das Bild inhaltlich wichtig ist, sollte es als <img>-Element mit Alt-Text eingebunden werden. Rein dekorative Hintergrundbilder benötigen keine Textalternative.
Beeinflussen Alt-Tags das Ranking in der normalen Websuche? Indirekt ja. Alt-Tags helfen Google, den Gesamtkontext der Seite besser zu verstehen. Eine Seite mit gut beschriebenen, thematisch relevanten Bildern hat höhere Chancen, als umfassend und hochwertig eingestuft zu werden. Der direkte Rankingeffekt ist moderat, aber in Kombination mit anderen Optimierungen signifikant.
Fazit
Alt-Tags sind keine zeitraubende Pflichtübung, sondern eine strategische Investition in drei Ziele gleichzeitig: bessere Sichtbarkeit in der Google-Bildersuche, höhere Gesamtqualität der Seite im Suchmaschinen-Ranking und Zugänglichkeit für alle Nutzer unabhängig von Einschränkungen.
Die Implementierung ist technisch einfach. Die Herausforderung liegt in der schieren Menge der Bilder auf einer typischen Website. Ein automatisiertes Audit mit Serpmax verschafft Ihnen den vollständigen Überblick und die Gewissheit, dass kein Bild Ihre SEO-Performance ausbremst.